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Gewaltprävention

Fußball vereint. Fußball bewegt. Doch Fußball ist mehr. Der FLB, seine Mitgliedsverbände und Vereine, die den Fußball organisieren, tragen Verantwortung: Sie stehen in der Pflicht, Antworten auch auf jene Herausforderungen zu geben, die nichts mit Toren und Taktik zu tun haben. Im Fokus stehen dabei die Handlungsfelder 

  • Gewaltprävention,
  • Fair Play und 
  • der Schutz der Kinder und Jugendlichen vor sexualisierter Gewalt.

 

Ohne Fair Play geht es nicht. Fair Play ist der Garant dafür, dass das Gleichgewicht zwischen hoher Einsatzbereitschaft und einem angemessenen Schutz vor körperlichen Verletzungen gewährleistet bleibt, dass selbst im härtesten Wettkampf das Fußballspiel noch ein Spiel bleibt. Zum Vermitteln und Vorleben des Fair Plays zu erziehen, ist deshalb genauso integraler Bestandteil des Fußball-Kerngeschäfts wie die Gewaltprävention. Geht es doch um die Werte, die das Fußballspiel langfristig sichern. 

Gewaltpräventionskonzept

Das Gewaltpräventionskonzept „Fair ist mehr“ bündelt zahlreiche bestehende Angebote und erprobte Maßnahmen zur Gewaltprävention und Intervention in akuten Gewaltvorfällen der fünf Regional- und 21 Landesverbände. Über die drei folgenden Bausteine festigt der DFB das Konzept im Kern des Amateurfußballs:

 

  • Baustein #1 „Aktiv Fair Play & Gewaltprävention fördern“
  • Baustein #2 „Gewalt im Fußball früh erkennen & entgegenwirken“
  • Baustein #3 „Gewalt(vorfälle) bearbeiten“

 

Gewaltpräventionskonzept

Die einzelnen Schritte innerhalb der Bausteine werden bereits sukzessive vom DFB und seinen Regional- und Landesverbänden umgesetzt, sodass eine flächendeckende Struktur und einheitliche Vorgehensweise geschaffen wurden. Die Basis für das Gewaltpräventionskonzept liegt in der institutionellen Verankerung der Gewaltprävention und -intervention innerhalb der Verbände. 

 

Baustein #1: „Aktiv Fair Play & Gewaltprävention fördern“ 

Die wirkungsvollste Gewaltprävention auf und neben dem Fußballplatz liegt für den Deutschen Fußball-Bund in der aktiven Förderung von Fair Play. Mit verschiedenen Maßnahmen schafft der DFB den Rahmen und positive Anreize für Fair Play von klein auf:

 

  • durch die Auszeichnung von Fair Play-Gesten
  • durch die Ausrichtung der Fair Play-Tage
  • durch die flächendeckende Umsetzung der Fair Play-Liga
  • durch die Stärkung der Willkommenskultur über Fair Play-Rituale wie den Handshake

 

Baustein #2: „Gewalt im Fußball früh erkennen & entgegenwirken“

Der DFB nutzt die Ressourcen und Expertisen seiner Partner*innen, die bereits in diesem Bereich agieren, um effektive Instrumente der Früherkennung potentieller Gewalttäter*innen zu entwickeln. Bei bereits auffällig gewordenen Vereinen und Mannschaften werden verstärkt Spielbeobachtungen vorgenommen, um weiteren Gewalthandlungen vorzubeugen oder zumindest belastbare Informationen zu sammeln, mit denen die Vorkommnisse entsprechend geahndet werden können.

 

Der DFB hat gemeinsam mit Vertreter*innen seiner Landesverbände Handlungsempfehlungen zur Verbesserung der Sicherheit im Amateurfußball erarbeitet. Um die Ordner*innen an den Sportstätten zu stärken, hat der DFB flächendeckend Ordnerwesten versandt. Darüber hinaus wurden Qualifizierungsmaterialien zur Schulung der Ordner*innen erstellt, die aktiv an die Vereine weitergegeben wurden, um den tatsächlichen Einsatz zu forcieren. Der DFB empfiehlt seinen Mitgliedsvereinen die Einführung der Kennzeichnungspflicht von Ordnern durch die versandten Ordnerwesten sowie eine Verankerung dieser Kennzeichnungspflicht in den vereinsinternen Sicherheitsrichtlinien. Der 2018 veröffentlichte Leitfaden „Sicherheit im Amateurfußball“ versetzt jeden Verein in die Lage, in einfachen Schritten ein eigenes Sicherheitskonzept zu erstellen. 

 

Baustein #3: „Gewalt(vorfälle) bearbeiten“

Trotz umfassender Präventionsmaßnahmen wird es immer wieder auch zu Gewaltvorfällen kommen. Der dritte Baustein des Gewaltpräventionskonzepts befasst sich daher mit Interventionshilfen und der Bearbeitung von Gewaltvorkommnissen. Der sichere, effiziente Umgang mit Vorfällen kann dabei – im Sinne des Statuierens eines Exempels – gleichzeitig auch als Prävention gelten. 

 

Bei der Bearbeitung von Gewaltvorfällen wird in der Sportgerichtsbarkeit bereits vermehrt auf Alternative Sanktionsmaßnahmen (AS) zurückgegriffen. Diese haben sukzessive Einzug in die Rechts- und Verfahrensordnungen (RuVOs) der Regional- und Landesverbände erhalten. Das Bestreben ist es, Täter möglichst nicht aus dem Verein/ Verband auszuschließen, sondern mit entsprechenden Interventionsmaßnahmen und (Bewährungs)Auflagen zu einer Einstellungs- und Verhaltensänderung zu bewegen.

 

Um die vielen bereits bestehenden und bewährten Interventionsmaßnahmen allen Landesverbänden transparent zu machen und zur Verfügung zu stellen, entwickelte eine Projektgruppe aus Vertreter*innen der Landesverbände und des DFB bis Oktober 2018 "Handlungsempfehlungen für Fußball-Landesverbände im Umgang mit Gewalt- und Diskriminierungsvorfällen". Diese sollen einen Beitrag zur Vereinheitlichung der Verfahrensweisen bei Gewalt- und Diskriminierungsvorfällen leisten. 

Maßnahmen bei Gewalt-, Diskriminierungs- und Extremismusvorfällen

Integrationskonzept 2019

Bundesprogramm "Zusammenhalt durch Teilhabe"

Hilfestellung für Vorkommnisse im DFBnet-Spielbericht 

Lautsprecherdurchsagen bei Vorkommnissen

Formular zur Sofortmeldung bei Gewalt und Diskriminierung

Leistungen werden im Kopf entschieden

Mental Coaching und Mediation sind die wesentlichen Schwerpunkte der Arbeit der Psychologischen Beraterin Katja Seyffardt aus dem havelländischen Wustermark, mit der der FLB eine Kooperation vereinbart hat. Über ihr Wirken und die Möglichkeiten, die Vereine durch eine Zusammenarbeit haben, informiert die Extremsportlerin im nachfolgenden Interview.

Katja Seyffardt

Katja Seyffardt

 

Frau Seyffardt, was hat es denn mit Mental Coaching auf sich?

 

Prägende Grundsätze – sogenannte Glaubenssätze –, ein fehlendes Selbstbewusstsein, Ängste oder gar mentale Blockaden sind häufig die Ursache für fehlende Leistung in Sport-, Berufs- und Alltagssituationen. Durch Mental Coaching wird gezielt der interne und externe Stress reduziert. Die Klienten lernen durch Übungen, ihre negativen Gedanken auszuschalten oder in eine „Siegermentalität“ umzuwandeln. Dabei erfolgt eine Transformation (refraiming) weg von einem „Nur-kein-Fehler-Denken“ hin zu einem „Ich will gewinnen“. Spieler können lernen, ihre Kognitionen und Emotionen im Training und in Spielen bewusst zu steuern. Mental Coaching mit seinen Elementen kann als fester Bestandteil in Ihr Grundlagen- und Fertigkeitstraining integriert werden, im Einzelnen das Stressmanagement, die richtige Zielsetzung, die Angstbewältigung, das Lösen von Blockaden, die Wiedererlangung der Selbstsicherheit nach Verletzungen und Unfällen, die Perspektiventwicklung nach Abschluss der Profikarriere sowie die Entwicklung der Selbstsicherheit und eines gesunden Selbstbewusstseins. Mit dem systemischen Ansatz und Hilfe weiterer Methoden wird der Sportler in seiner ganzen Individualität berücksichtigt. Mein Ressourcen- und lösungsorientierter Ansatz verhilft Ihnen zu mentaler Stärke und zu einer starken Persönlichkeit.

 

 

… und das nicht nur im Sport…?

Ja, Mental Coaching hilft auch bei der Erreichung persönlicher oder beruflicher Ziele, bietet eine Orientierungshilfe oder fördert das Entdecken neuer Sichtweisen, gibt professionelle Unterstützung bei Entscheidungen beziehungsweise deren Umsetzung, verhilft zu einem gestärkten Selbstvertrauen und mehr Handlungskompetenz, zu mehr Verständnis für den Partner, zur Stressbewältigung, Überwindung von sozialen Unsicherheiten und Ängsten sowie privater und beruflicher Krisen- und Konfliktbewältigung.

 

 
Und die Mediation…?

Mediation ist die konstruktive Beilegung eines Konfliktes. Der professionelle Umgang mit Konflikten und den damit verbundenen Emotionen kann eine belastende Herausforderung für alle Beteiligten sein. Durch die Unterstützung einer „neutralen“ Person – den Mediator – wird eine gemeinsame Vereinbarung nach den Bedürfnissen und den Interessen der Beteiligten erarbeitet. Der Mediator ist für den Prozess des Vorgangs verantwortlich und trifft keine eigenen Entscheidungen bezüglich des Konfliktes. Die Teilnahme an einer Mediation setzt Freiwilligkeit und den Willen zu einer gütlichen gemeinsamen Lösung voraus. Als Mediatorin unterstütze ich Sie bei der Lösung von Konflikten im Sport, um den Gesamterfolg des Teams zu steigern und Auseinandersetzungen auf dem Spielfeld beziehungsweise innerhalb des Teams zu klären, zwischen Spielern, Eltern, Trainern, Schiedsrichtern, Verbänden und Sponsoren sowie beim Erleichtern interkultureller Integration. Außerdem gibt es Handlungsfelder im Beruf zwischen einzelnen Mitarbeitern oder zwischen Führungskraft und Mitarbeiter, in Gruppen und Teams, bei Mobbing, zwischen Geschäftspartnern oder bei interkulturellen Missverständnissen.

 

Was hat Sie veranlasst, mit dem FLB zusammenzuarbeiten?

Ich selbst lebe in Brandenburg, somit lag es nahe, dass ich mich an den FLB wandte. Das erste Treffen mit Herrn Michael Hillmann und Herrn Christian Löhr war sehr interessant und hat noch weiteres Interesse bei mir ausgelöst. Der FLB ist ein sehr professionell aufgestellter Landesverband, der sehr engagiert und weitgreifend arbeitet, genau das macht ihn so interessant. Mich interessiert die Zusammenarbeit mit Jugendlichen und Erwachsenen, das ist beim FLB auf jeden Fall möglich. Ich selbst komme aus dem Extremsportbereich. Dieses Wissen, welches ich mir dort angeeignet habe, lässt sich sehr gut auf den Fußballsport übertragen. Sportliche Leistungen, das Überwinden von Grenzen und das Erreichen von Zielen, werden im Kopf entschieden. Im Grundlagen- und Fertigkeitstraining ist der Fußball sehr gut aufgestellt. Ich denke aber, dass es im mentalen Bereich noch Reserven gibt, möchte deshalb die Aufmerksamkeit für das Thema stärken und mit meinen Dienstleistungen unterstützend zur Seite stehen.

 

Welche konkreten Projekte wollen Sie im Verband umsetzen und wie können die Mitglieder davon profitieren?

Ich biete Ihnen meine Dienstleistungen als Mental Coach und Mediatorin an. Ich möchte dazu beitragen, dass die Mitglieder weitere Informationen zu Mental Coaching und Mediation erhalten und für sich die Möglichkeiten erkennen, ihre sportlichen Leistungen und das Miteinander weiter zu stärken. Im Spitzensport ist mentales Coaching nicht mehr wegzudenken, die mentale Stärke ist ausschlaggebend für Sieg oder Niederlage. Das Überwinden von „Angstgegnern“ oder seelische Kränkungen durch Niederlagen können wunderbar durch mentales Coaching bearbeitet werden. Es hilft Ihnen, Ihre Zukunft gezielt zu gestalten, ohne unnötig lange in der Vergangenheit zu verharren. Sie werden mit zukünftigen Herausforderungen leichter umgehen können und alte Gefühle hinter sich lassen.


Ich kann mir sehr gut vorstellen, EDUTAINMENT im Bereich der Mediation in den Vereinen anzubieten. Dieser Begriff vereint EDUcation, also Bildung, mit EnterTAINMENT, also Unterhaltung, dies macht zusammen Bildungsunterhaltung. Das kann man beispielsweise gemeinsam mit einem interessierten Sponsor für die Vereinsmitglieder durchführen. Durch präventive Mediations-Workshops oder lockere Gesprächsrunden werden die Mitglieder für die Konfliktthemen sensibilisiert und erhalten so mehr Einblick in die Verständnisweisen für ihr Gegenüber. Dadurch kann sehr viel Unmut und Konfliktpotenzial ausgemerzt werden.
Nach einer ersten Gesprächsrunde mit Vertretern aus verschiedenen Bereichen des Verbandes möchte ich gern Herrn Reinhard Schmidt, Frau Manuela Patze und Herrn Steffen Misdziol ganz unverbindlich in ihren Vereinen besuchen, um mit weiteren Vereinsmitgliedern ins Gespräch zu kommen und um herauszufinden, was man von Informationsveranstaltungen zum Thema Mediation und Mental Coaching denkt.red

 

Kontakt: Katja Seyffardt | Telefon 0176 32140704 | Internet www.seyffardt.de | E-Mail | Facebook Fb: Katja Seyffardt

Ausbildung für Mediatoren im Fußball

Neue Wege in der Konfliktbearbeitung gehen der FLB und die Brandenburgische Sportjugend (BSJ) seit 2012. In Umsetzung eines im Jahr 2011 geschlossenen Kooperationsvertrages luden beide Institutionen vom 9. bis 11. Dezember 2011 im Jugendbildungszentrum Blossin zum ersten von fünf Wochenendlehrgängen in der Ausbildung von Mediatoren ein.
 

Für die Wochenendkurse hatte die BSJ mit Stefanie Wolniewicz und Simon Groscurth zwei exzellente Referenten gewinnen können, die seit Jahren in der Jugendbildungsarbeit beziehungsweise sozialen Projekten engagiert sind. Zum Abschluss im Sommer haben die Kursteilnehmer — mit finanzieller Förderung des BSJ-Projektes „Tore für Demokratie“ — das notwendige Rüstzeug für die Mediation bei Konflikten erhalten.

 

Auf 11 ausgebildete Fußball-Mediatoren kann der FLB nun zurückgreifen.  Einsatzgebiet ist das gesamte Fußball-Land Brandenburg. Die Vereine können sich im Konfliktfall über ihre Kreisvorsitzenden, die BSJ oder den FLB an das Mediatoren-Team wenden, Koordinator ist Christian Löhr.

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