Jens Kaden bleibt Präsident – FLB stellt sich für die kommenden vier Jahre auf
Der Fußball-Landesverband Brandenburg (FLB) hat auf seinem 10. Ordentlichen Verbandstag am 10. Oktober 2026 in Blankenfelde-Mahlow wichtige Entscheidungen für die kommenden vier Jahre getroffen. Jens Kaden wurde als Präsident wiedergewählt.
Veränderungen gibt es dagegen an der Spitze des Frauen- und Mädchenausschusses sowie des Schiedsrichterausschusses. Auch das Präsidium und weitere Verbandsgremien wurden neu besetzt. Darüber hinaus standen Ehrungen, Satzungsänderungen und die zukünftige Ausrichtung des Verbandes auf der Tagesordnung.
Im Van der Valk Hotel Berlin Brandenburg kamen die Delegierten des FLB zusammen, um die Weichen für die kommende Amtsperiode zu stellen. Nach der Eröffnung und den Grußworten standen zunächst die Würdigung langjähriger Ehrenamtlicher sowie Berichte aus den verschiedenen Verbandsbereichen im Mittelpunkt. Besondere Aufmerksamkeit erhielten anschließend die Wahlen, bei denen es gleich drei Kampfabstimmungen gab.
Jens Kaden als Präsident wiedergewählt
Mit 68 zu 47 Stimmen setzte sich Jens Kaden gegen seinen Herausforderer Martin Hagemeister-Kühn durch und bleibt damit für weitere vier Jahre Präsident des Fußball-Landesverbandes Brandenburg.
In seiner Rede betonte Kaden, dass Erfahrung und Veränderung keine Gegensätze seien. Der Fußball und die Anforderungen an die Vereine entwickelten sich stetig weiter, weshalb auch der Verband seine Arbeit kontinuierlich anpassen müsse. Zu seinen zentralen Zielen gehören die Entlastung des Ehrenamtes von bürokratischen Aufgaben, die Stärkung des Dialogs mit den Vereinen und die gemeinsame Weiterentwicklung des Brandenburger Fußballs.
Unterstützung erhielt Jens Kaden auch von den acht Fußballkreisen, für die Robert Nitz, Vorsitzender des Fußballkreises Ostbrandenburg, eine gemeinsame Wahlempfehlung aussprach.
Herausforderer Martin Hagemeister-Kühn hatte unter dem Motto „Der Verband braucht ein Update“ für Veränderungen geworben. Er stellte insbesondere die Nähe zu den Vereinen, die soziale Bedeutung des Fußballs und die Stärkung des Ehrenamtes in den Mittelpunkt seiner Kandidatur.
Präsidium für die neue Amtsperiode aufgestellt
Neben der Präsidentenwahl wurde auch das Präsidium des FLB für die kommenden vier Jahre neu aufgestellt. Fred Kreitlow übernimmt weiterhin die Funktion des 1. Vizepräsidenten für Recht und Satzung. Robert Nitz ist Vizepräsident für Spielbetrieb, während Peter Heydenbluth künftig als Vizepräsident für Partnerschaften und gesellschaftliche Verantwortung tätig ist.
Michael Reichert verantwortet als Vizepräsident die Angelegenheiten der Fußballkreise, Organisationsentwicklung und das Ehrenamt. Sebastian Schulz übernimmt weiterhin die Aufgaben des Schatzmeisters.
Damit sind die zentralen Verantwortungsbereiche innerhalb der Verbandsführung für die neue Amtsperiode besetzt.
Knappe Entscheidung im Frauen- und Mädchenausschuss
Besonders spannend verlief die Wahl zur Vorsitzenden des Frauen- und Mädchenausschusses. Mit lediglich zwei Stimmen Vorsprung setzte sich Kerstin Grothe-Benkenstein gegen Kirsten Fritzsche durch. Das Ergebnis lautete 58 zu 56 Stimmen.
Die 49-jährige Grothe-Benkenstein engagiert sich bereits seit mehreren Jahren im Frauen- und Mädchenfußball des Havellands. Unter dem Motto „sichtbar, stark, zukunftsfähig“ möchte sie künftig insbesondere den Frauen- und Mädchenfußball im ländlichen Raum fördern, Vereine bei der Gewinnung neuer Spielerinnen unterstützen und das Projekt „Für (mehr) Frauen im Fußball“ (FFiF) weiter stärken.
Darüber hinaus plant sie, Schulkooperationen auszubauen, Mentoring-Programme zu etablieren und gemeinsam mit den zuständigen Ausschüssen einen verlässlichen Spielbetrieb weiterzuentwickeln.
Auch Kirsten Fritzsche hatte in ihrer Vorstellung die großen Potenziale des Frauen- und Mädchenfußballs hervorgehoben und für mehr Teilhabe, Zusammenarbeit und neue Entwicklungsmöglichkeiten geworben.
Tobias Hagemann übernimmt Schiedsrichterausschuss
Auch an der Spitze des Schiedsrichterausschusses gibt es einen Wechsel. Tobias Hagemann setzte sich mit 73 zu 40 Stimmen gegen den bisherigen Vorsitzenden Marko Schmidt durch.
Der 33-Jährige bringt rund zehn Jahre Erfahrung aus seiner Tätigkeit im Schiedsrichterwesen des Havellands mit. Zu seinen wichtigsten Zielen zählen eine nachhaltige Finanzplanung, die Unterstützung durch externe Partner und eine stärkere Vertretung der Brandenburger Interessen im Nordostdeutschen Fußballverband (NOFV).
Zudem möchte Hagemann die Entwicklung des Schiedsrichterwesens so vorantreiben, dass das Schiedsrichter-Soll innerhalb der kommenden vier Jahre kein wiederkehrendes Problem mehr darstellt.
Marko Schmidt hatte den Ausschuss in den vergangenen vier Jahren geleitet. In seiner Vorstellung verwies er unter anderem auf die gestiegenen Schiedsrichterzahlen: von 1.435 bei seinem Amtsantritt auf aktuell 1.692. Gleichzeitig betonte er die Bedeutung einer engen Zusammenarbeit mit den Vereinen sowie einer guten Ausbildung und des Schutzes der Unparteiischen.
Weitere Ausschüsse neu besetzt
Auch in den weiteren Ausschüssen wurden die Verantwortlichkeiten für die kommende Amtsperiode festgelegt. Kai-Uwe Krieghoff übernimmt den Vorsitz des Spielausschusses, Matthias Reer steht weiterhin an der Spitze des Jugendausschusses und Michael Flottron verantwortet den Qualifizierungsausschuss.
Eine strukturelle Veränderung gibt es im Bereich gesellschaftliche Verantwortung und Sicherheit. Den Vorsitz des neu geschaffenen Ausschusses übernimmt Patrick Paulick. Der 35-Jährige war zuvor Vorsitzender des Arbeitsausschusses Sicherheit und möchte die beiden Themenfelder künftig stärker miteinander verbinden.
Dabei reicht das Aufgabenspektrum von Spieltagssicherheit und Gewaltprävention bis hin zu Fair Play, Kinderschutz und Integration. Paulick betonte in seiner Vorstellung insbesondere die Bedeutung einer engen Zusammenarbeit mit den Vereinen. Sein Anspruch: „Haltung zeigen ist wichtig. Gemeinsam handeln ist entscheidend.“
Auszeichnungen für langjähriges Engagement
Neben den personellen Entscheidungen bot der Verbandstag auch einen feierlichen Rahmen, um verdiente Ehrenamtliche für ihren Einsatz im Brandenburger Fußball auszuzeichnen.
Mit der Goldenen Ehrennadel des FLB wurden Ingo Widiger und Bernd Seifert geehrt. Widiger engagiert sich seit mehr als 25 Jahren für den Landesverband, insbesondere im Spielbetrieb. Seifert wurde für seine langjährige Arbeit im Bereich Sicherheit ausgezeichnet.
Die Silberne Ehrennadel erhielt Marko Schmidt für sein langjähriges Engagement im Schiedsrichterwesen. Alexandra Krüger und Ronny Krein wurden für ihre Verdienste in der Sportgerichtsbarkeit mit der Verdienstnadel des FLB ausgezeichnet.
Die Ehrungen würdigten stellvertretend das Engagement der zahlreichen Ehrenamtlichen, die den Fußball in Brandenburg auf Vereins-, Kreis- und Landesebene tragen.
Verbandstag beschließt Änderungen
Neben den Wahlen und Ehrungen befassten sich die Delegierten mit verschiedenen Anträgen sowie Änderungen der Satzung und Ordnungen.
Beschlossen wurde unter anderem eine härtere Sanktionierung bei schuldhaftem Nichtantreten in der Schlussphase einer Saison. Ein entsprechender Antrag des Fußballkreises Havelland erhielt 61 Ja-Stimmen. Tritt eine Mannschaft an einem der letzten vier Spieltage schuldhaft nicht an, wird sie künftig mit einem Punktabzug für das folgende Spieljahr belegt. Pro Nichtantritt werden drei Punkte abgezogen, maximal sind sechs Minuspunkte möglich.
Auch ein Antrag aus Ostbrandenburg fand eine deutliche Mehrheit. Mit 65 zu 19 Stimmen beauftragten die Delegierten den FLB, sich beim DFB dafür einzusetzen, dass Spieler bereits nach Vollendung des 17. Lebensjahres – mit Zustimmung der Eltern und ärztlicher Freigabe – vorzeitig in Herrenmannschaften eingesetzt werden können.
Darüber hinaus beschlossen die Delegierten weitere Änderungen der Satzung und Ordnungen und befassten sich mit finanziellen sowie organisatorischen Fragen für die kommende Amtsperiode.
Gemeinsam in die kommenden vier Jahre
Mit dem 10. Ordentlichen Verbandstag wurden wichtige Grundlagen für die kommenden vier Jahre geschaffen. Während Jens Kaden seine Arbeit als Präsident fortsetzt, bringen neue Gesichter und veränderte Zuständigkeiten zusätzliche Impulse in die Verbandsarbeit ein.
Im Mittelpunkt steht weiterhin das gemeinsame Ziel, die Vereine zu unterstützen, das Ehrenamt zu stärken und den Fußball in Brandenburg nachhaltig weiterzuentwickeln.
Der Fußball-Landesverband Brandenburg bedankt sich bei allen Delegierten für die engagierten Diskussionen und die zahlreichen Entscheidungen sowie bei allen Gästen für ihre Teilnahme. Ein besonderer Dank gilt zudem allen haupt- und ehrenamtlichen Mitwirkenden, die an der Vorbereitung und Durchführung des Verbandstages beteiligt waren.
Vor allem aber gilt der Dank den vielen Menschen, die sich Tag für Tag in den Vereinen, Fußballkreisen und Gremien für unseren Fußball engagieren. Gemeinsam gestalten wir den Fußball in Brandenburg – auch in den kommenden vier Jahren.
Bild zur Meldung: Der neue FLB-Vorstand.
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