Gemeinsam nach vorn: FLB setzt weiter auf eigenständigen FMA
Der Fußball-Landesverband Brandenburg (FLB) wird auch künftig an einem eigenständigen Frauen- und Mädchenausschuss (FMA) festhalten. Der Verbandsvorstand hat sich nach intensiven Beratungen dafür entschieden, den im Rahmen des Organisationsentwicklungsprozesses diskutierten Vorschlag, die Aufgaben des Ausschusses künftig in andere Fachstrukturen des Verbandes zu integrieren, nicht weiterzuverfolgen.
Ziel der Überlegungen war und ist es, die Verbandsstrukturen nachhaltig weiterzuentwickeln, die Zusammenarbeit zwischen Haupt- und Ehrenamt zu stärken und den Frauen- und Mädchenfußball langfristig noch besser im Verband zu verankern. Der dazu eingebrachte Strukturvorschlag wurde in den vergangenen Wochen aus unterschiedlichen Perspektiven intensiv diskutiert.
FLB-Präsident Jens Kaden nahm unter anderem an gemeinsamen Beratungen des Frauen- und Mädchenausschusses mit dem Jugend- sowie dem Spielausschuss teil. Auch mit der Initiativgruppe für den Erhalt des FMA fand ein persönlicher Austausch statt. In die weitere Bewertung floss zudem ein Gespräch mit Matthias Reer, Leiter der Struktur-AG im Organisationsentwicklungsprozess, ein. Die unterschiedlichen Sichtweisen konnten in diesem Prozess zusammengeführt und bestehende Differenzen ausgeräumt werden.
Die Argumente, Erfahrungen und Perspektiven aus diesen Gesprächen haben dazu beigetragen, den bisherigen Vorschlag neu zu bewerten. Der Verbandsvorstand hat sich im Ergebnis dafür entschieden, den Frauen- und Mädchenausschuss als eigenständiges Gremium beizubehalten.
„Die vergangenen Wochen haben gezeigt, wie wichtig es ist, unterschiedliche Sichtweisen zusammenzubringen, Argumente aufzunehmen und miteinander im Gespräch zu bleiben. Genau das haben wir getan. Unser gemeinsames Ziel war und ist es, den Frauen- und Mädchenfußball in Brandenburg weiterzuentwickeln. Wir haben jetzt einen Weg gefunden, auf dem wir die Eigenständigkeit des Ausschusses erhalten und gleichzeitig die Zusammenarbeit innerhalb unseres Verbandes weiter stärken können“, sagt FLB-Präsident Jens Kaden.
Zwei Kandidatinnen für einen neu aufgestellten Ausschuss
Mit der Fortführung des FMA verbindet sich zugleich ein personeller Neustart. Für den Vorsitz des Frauen- und Mädchenausschusses kandidieren beim Verbandstag am 10. Oktober Kirsten Fritzsche und Kerstin Grothe-Benkenstein.
Fritzsche engagiert sich im Kinder- und Jugendfußball und möchte insbesondere die Rahmenbedingungen für Mädchen und Frauen verbessern, Vereine beim Aufbau neuer Mädchenmannschaften unterstützen und mehr Frauen für Trainer*innen- und Ehrenamtsfunktionen gewinnen. Ein besonderes Anliegen ist ihr, den Frauen- und Mädchenfußball als festen Bestandteil strategischer Entscheidungen des Verbandes zu etablieren.
Grothe-Benkenstein bringt langjährige Erfahrungen aus Vereins-, Kreis- und Verbandsarbeit mit. Unter ihrer Mitwirkung entwickelte sich der Meisterschaftsspielbetrieb der Frauen im Fußballkreis Havelland von sechs auf 14 Mannschaften. Zudem war sie am Aufbau eines zusätzlichen Großfeld-Spielbetriebs beteiligt. Für ihre Arbeit auf Landesebene setzt sie unter anderem auf eine stärkere Vernetzung der Fußballkreise, mehr Frauen in ehrenamtlichen Funktionen sowie eine intensive Zusammenarbeit mit anderen Ausschüssen des Verbandes.
FFiF: Entwicklung auf und neben dem Platz
Der personelle Neustart des Frauen- und Mädchenausschusses soll eng mit der bereits laufenden Entwicklung im Frauen- und Mädchenfußball verbunden werden. Eine zentrale Rolle spielt dabei das FLB-Projekt FFiF – Für Frauen im Fußball.
Das Projekt verfolgt einen umfassenden Ansatz: Neben der Gewinnung von Spielerinnen und der Entwicklung passender Spielangebote gehören die Qualifizierung und das Ehrenamt, die Gewinnung von Schiedsrichterinnen und Funktionärinnen, Sichtbarkeit und Vernetzung sowie die Zusammenarbeit von Schulen, Kitas und Vereinen zu den zentralen Handlungsfeldern.
Dabei konnten bereits konkrete Entwicklungen angestoßen werden. Mehr als 4.000 aktive Spielerinnen sind im Verbandsgebiet registriert. Allein 2025 wurden mehr als 50 Trainerinnen in Women-Only-Kursen qualifiziert. Gleichzeitig stieg die Zahl der Referentinnen in der Ausbildung von null auf vier. Auch die Qualifizierung an der Schnittstelle zwischen Schule und Verein wurde ausgebaut – unter anderem mit einer Fortbildung zur „Schule des Kleinfeldfußballs“ für zwölf Lehrkräfte und 20 angehende AG-Leiter*innen.
Auch die Sichtbarkeit des Frauen- und Mädchenfußballs wurde deutlich erhöht: 2026 wurden bereits mehr als 75 Beiträge zu Mädchen und Frauen veröffentlicht, ein Podcast umgesetzt und mit dem Aufbau eines Trainerinnen-Netzwerks begonnen. Seit 2025 wurde zudem die Zusammenarbeit mit der Brandenburgischen Sportjugend intensiviert und ein Schulkoordinator installiert.
Auf diesen Entwicklungen will der FLB aufbauen. Weitere Tage des Mädchenfußballs, spezifische Women-Only-Angebote für Trainerinnen und Schiedsrichterinnen sowie zusätzliche Netzwerk- und Qualifizierungsangebote sollen Mädchen und Frauen noch mehr Zugänge zum Fußball eröffnen. Mit Turbine-Kapitänin Merle Kirschstein hat das Projekt zudem eine Repräsentantin des 1. FFC Turbine Potsdam gewonnen. Unterstützt wird FFiF künftig auch von Turbine-Vizepräsident Uwe Reher, der sich in die weitere Entwicklung des Projekts einbringen wird.
„Wir haben ambitionierte Ziele und gleichzeitig schon einiges auf den Weg gebracht. FFiF zeigt, dass es dabei nicht allein um die Zahl der Spielerinnen geht. Wir wollen Frauen und Mädchen auf allen Ebenen des Fußballs gewinnen, qualifizieren, vernetzen und sichtbar machen. Ein neu aufgestellter Frauen- und Mädchenausschuss kann dabei wichtige Impulse setzen und gemeinsam mit unseren Vereinen, Fußballkreisen, dem Hauptamt und den weiteren Gremien diese Entwicklung vorantreiben“, so Kaden.
Der Organisationsentwicklungsprozess und die Diskussionen der vergangenen Wochen bilden damit nicht den Abschluss, sondern eine Grundlage für die weitere Arbeit. Der Frauen- und Mädchenausschuss behält seine eigenständige Funktion und soll zugleich stärker in die strategische Entwicklung und die Zusammenarbeit der verschiedenen Bereiche des FLB eingebunden werden. Im Mittelpunkt stehen dabei die Unterstützung der Vereine, eine engere Vernetzung innerhalb des Verbandes sowie die weitere Förderung und Sichtbarkeit des Frauen- und Mädchenfußballs.
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