DFB‑Ausbilder*in‑Zertifikat
Zweck und Hintergrund
Mit dem DFB‑Ausbilder*in‑Zertifikat würdigt der Deutsche Fußball‑Bund die Leistung der haupt‑ und ehrenamtlichen Lehrkräfte im organisierten Fußball und unterstützt sie in ihrer Rolle als Multiplikator*innen. Das Zertifikat wird an Lehrreferent*innen vergeben, die Trainer*innen, Schiedsrichter*innen, Vereinsmanager*innen und andere Funktionsträger*innen ausbilden. Es ist Teil der Qualifizierungsoffensive des DFB und soll die Qualität der Lehrarbeit in Vereinen und Verbänden steigern, damit die Lernangebote nachhaltige Wirkung entfalten können.
Zielgruppe
Das Zertifikat richtet sich an Lehrkräfte auf Landes‑ und Regionalverbandsebene aus den Bereichen Trainer*innen‑, Schiedsrichter*innen‑ und Vereinsmanager*innenausbildung. Dazu zählen insbesondere:
Verbandssportlehrerinnen, DFB‑Stützpunktkoordinatorinnen und hauptamtliche Lehr‑ und Bildungsreferent*innen.
Lehrreferent*innen der Landesverbände (Honorar‑ oder Referentenpool), Schiedsrichter*innenlehrwarte im LV und Fußballkreis‑Schiedsrichter*innenlehrwarte.
Schulfußball‑Lehrreferent*innen und Ausbilder*innen in der Freizeit‑ und Breitensportarbeit.
Inhalte und Module
Das DFB‑Ausbilder*in‑Zertifikat umfasst 90 Lerneinheiten (LE). Die Weiterbildung erstreckt sich über rund zwölf Monate und ist in eine Basisqualifikation sowie zwei darauf aufbauende Präsenzphasen und eine Anwendungs‑/Projektphase gegliedert. Die Aufteilung enthält einen Kompetenzmix der sich stark auf soziale Fähigkeiten, digitale Lehrkompetenz und die Begleitung der Anwendungsphase fokussiert.
| Phase | Inhalte | Umfang |
|---|---|---|
| Basisqualifikation | Einführung in das Selbstverständnis als Ausbilder*in, Kompetenz‑ und Qualitätsmerkmale eines gelingenden Unterrichts, Methoden zur Eröffnung und Planung von Lehrveranstaltungen, Feedback‑kultur sowie das Erleben des Blended‑Learning‑Formats. | 20 LE |
| Präsenzphase 1 | Vertiefung der Sozialkompetenz, Schaffung einer lernfördernden Atmosphäre, Reflexion der eigenen Werte als Referent*in, Grundlagen der digitalen Lehrkompetenz (z. B. Einsatz von Funkmikrofonen, Split‑Screen, Videoaufnahmen), Vorbereitung der Anwendungsphase. | 20 LE |
| Präsenzphase 2 | Ausbau der digitalen Lehrkompetenz, Durchführung und Auswertung von Lehrproben, kollegiale Beratung, Feedback geben und annehmen, Präsentationstechniken, Vorbereitung der Projektpräsentation. | 20 LE |
| Anwendungs‑/Projektphase | Umsetzung des erlernten Wissens im eigenen Lehralltag, Bearbeitung eines individuellen Projekts, inhaltliche und organisatorische Vor‑ und Nachbereitung, Reflexion der Lernerfahrungen („Mein persönlicher Lernerfolg“). | 30 LE |
Zwischen den Präsenzphasen wenden die Teilnehmenden das Gelernte kontinuierlich in ihrem beruflichen Umfeld an und dokumentieren ihre Erfahrungen. Das Zertifikat schließt mit einer Projektpräsentation ab.
Aufbau und Ablauf
Die Fortbildung wird als Blended‑Learning‑Format durchgeführt und verknüpft Online‑Lernen mit intensiven Präsenzphasen. Eine typische Ausbildungsstrecke besteht aus:
Kick‑off‑Videokonferenz & Online‑Vorphase – Erste Orientierung, Vorstellung der Inhalte und Bearbeitung vorbereitender Aufgaben im digitalen Lernraum.
Präsenzphase 1 (Basisqualifikation) – Drei bis vier Tage Unterricht an einer Sportschule oder im Landesverband. Hier werden die Grundlagen des Ausbilder*innenprofils erarbeitet und die Teilnehmenden erleben und reflektieren das Blended‑Learning‑Format. Diese Phase ist mit einer Übernachtung verbunden.
Anwendungs‑/Projektphase – Über mehrere Monate setzen die Ausbilder*innen das Gelernte in ihrer eigenen Lehrtätigkeit um und arbeiten an einem individuellen Projekt. Sie erhalten Unterstützung durch Online‑Begleitung, Feedback und kollegiale Beratung.
Präsenzphase 2 – Noch einmal drei bis vier Tage im Präsenzunterricht. Schwerpunkte sind der Ausbau der digitalen Lehrkompetenz, das Durchführen von Lehrproben sowie die Vorbereitung der Abschlusspräsentation. Zudem werden Erfahrungen aus der Anwendungsphase ausgewertet.
Online‑Nachphase und Abschluss‑Videokonferenz – In der abschließenden Online‑Phase bereiten die Teilnehmenden ihre Projektdokumentation auf, reflektieren ihren Lernerfolg und erhalten abschließend das Zertifikat.
Voraussetzungen
C‑Lizenz und aktive Unterrichtstätigkeit – Voraussetzung für die Teilnahme ist in der Regel eine gültige Trainer*in‑C‑Lizenz sowie eine laufende Lehrtätigkeit im Verein oder Verband oder eine gültige Schiedsrichter*inlizenz mit mehrjähriger Erfahrung.
Lehrkraft im organisierten Fußball – Offen für Ausbilder*innen in der Trainer*innen‑, Schiedsrichter*innen‑ und Vereinsmanager*innenqualifizierung sowie für Schulfußball‑Lehrkräfte.
Mitgliedschaft in einem Verein oder Landesverband des DFB.
Bereitschaft zur digitalen und analogen Mitarbeit – Die Teilnahme erfordert Engagement in Online‑Phasen und Präsenzphasen sowie die Bereitschaft, ein eigenes Projekt im Rahmen der Anwendungsphase umzusetzen.
Anschlussmöglichkeiten
Mit dem erfolgreichen Abschluss erhalten Sie ein Zertifikat, es berechtigt zur Tätigkeit als Ausbilder*in in den Qualifizierungsstrukturen des DFB und der Landesverbände. Zur Weiterentwicklung empfiehlt der DFB regelmäßige Fortbildungen, etwa Spezialseminare zur digitalen Lehrkompetenz, zur Medienproduktion oder Weiterbildungen für Lizenztrainer*innen.
Termine & Anmeldung
Die Präsenzmodule des DFB‑Ausbilderin‑Zertifikats werden zentral vom DFB an Sportschulen sowie in Kooperation mit den Landesverbänden angeboten. Eine Anmeldung ist aktuell nur über die entsprechenden Lehr‑ und Bildungsreferentinnen möglich. Für konkrete Termine und Anmeldeinformationen wenden Sie sich gern an Martin Hagemeister-Kühn:
Martin Hagemeister-Kühn
Mobil: 0151 43148563
E-Mail:
