Fussball-Landesverband Brandenburg e.V.

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„Leistungen werden im Kopf entschieden“

Mental Coaching und Mediation sind die wesentlichen Schwerpunkte der Arbeit der Psychologischen Beraterin Katja Seyffardt aus dem havelländischen Wustermark, mit der der FLB eine Kooperation vereinbart hat. Über ihr Wirken und die Möglichkeiten, die Vereine durch eine Zusammenarbeit haben, informiert die Extremsportlerin im nachfolgenden Interview.


Frau Seyffardt, was hat es denn mit Mental Coaching auf sich?


Prägende Grundsätze – sogenannte Glaubenssätze –, ein fehlendes Selbstbewusstsein, Ängste oder gar mentale Blockaden sind häufig die Ursache für fehlende Leistung in Sport-, Berufs- und Alltagssituationen. Durch Mental Coaching wird gezielt der interne und externe Stress reduziert. Die Klienten lernen durch Übungen, ihre negativen Gedanken auszuschalten oder in eine „Siegermentalität“ umzuwandeln. Dabei erfolgt eine Transformation (refraiming) weg von einem „Nur-kein-Fehler-Denken“ hin zu einem „Ich will gewinnen“. Spieler können lernen, ihre Kognitionen und Emotionen im Training und in Spielen bewusst zu steuern. Mental Coaching mit seinen Elementen kann als fester Bestandteil in Ihr Grundlagen- und Fertigkeitstraining integriert werden, im Einzelnen das Stressmanagement, die richtige Zielsetzung, die Angstbewältigung, das Lösen von Blockaden, die Wiedererlangung der Selbstsicherheit nach Verletzungen und Unfällen, die Perspektiventwicklung nach Abschluss der Profikarriere sowie die Entwicklung der Selbstsicherheit und eines gesunden Selbstbewusstseins. Mit dem systemischen Ansatz und Hilfe weiterer Methoden wird der Sportler in seiner ganzen Individualität berücksichtigt. Mein Ressourcen- und lösungsorientierter Ansatz verhilft Ihnen zu mentaler Stärke und zu einer starken Persönlichkeit.

… und das nicht nur im Sport…?
Ja, Mental Coaching hilft auch bei der Erreichung persönlicher oder beruflicher Ziele, bietet eine Orientierungshilfe oder fördert das Entdecken neuer Sichtweisen, gibt professionelle Unterstützung bei Entscheidungen beziehungsweise deren Umsetzung, verhilft zu einem gestärkten Selbstvertrauen und mehr Handlungskompetenz, zu mehr Verständnis für den Partner, zur Stressbewältigung, Überwindung von sozialen Unsicherheiten und Ängsten sowie privater und beruflicher Krisen- und Konfliktbewältigung.

Und die Mediation…?
Mediation ist die konstruktive Beilegung eines Konfliktes. Der professionelle Umgang mit Konflikten und den damit verbundenen Emotionen kann eine belastende Herausforderung für alle Beteiligten sein. Durch die Unterstützung einer „neutralen“ Person – den Mediator – wird eine gemeinsame Vereinbarung nach den Bedürfnissen und den Interessen der Beteiligten erarbeitet. Der Mediator ist für den Prozess des Vorgangs verantwortlich und trifft keine eigenen Entscheidungen bezüglich des Konfliktes. Die Teilnahme an einer Mediation setzt Freiwilligkeit und den Willen zu einer gütlichen gemeinsamen Lösung voraus. Als Mediatorin unterstütze ich Sie bei der Lösung von Konflikten im Sport, um den Gesamterfolg des Teams zu steigern und Auseinandersetzungen auf dem Spielfeld beziehungsweise innerhalb des Teams zu klären, zwischen Spielern, Eltern, Trainern, Schiedsrichtern, Verbänden und Sponsoren sowie beim Erleichtern interkultureller Integration. Außerdem gibt es Handlungsfelder im Beruf zwischen einzelnen Mitarbeitern oder zwischen Führungskraft und Mitarbeiter, in Gruppen und Teams, bei Mobbing, zwischen Geschäftspartnern oder bei interkulturellen Missverständnissen.

Was hat Sie veranlasst, mit dem FLB zusammenzuarbeiten?
Ich selbst lebe in Brandenburg, somit lag es nahe, dass ich mich an den FLB wandte. Das erste Treffen mit Herrn Michael Hillmann und Herrn Christian Löhr war sehr interessant und hat noch weiteres Interesse bei mir ausgelöst. Der FLB ist ein sehr professionell aufgestellter Landesverband, der sehr engagiert und weitgreifend arbeitet, genau das macht ihn so interessant. Mich interessiert die Zusammenarbeit mit Jugendlichen und Erwachsenen, das ist beim FLB auf jeden Fall möglich. Ich selbst komme aus dem Extremsportbereich. Dieses Wissen, welches ich mir dort angeeignet habe, lässt sich sehr gut auf den Fußballsport übertragen. Sportliche Leistungen, das Überwinden von Grenzen und das Erreichen von Zielen, werden im Kopf entschieden. Im Grundlagen- und Fertigkeitstraining ist der Fußball sehr gut aufgestellt. Ich denke aber, dass es im mentalen Bereich noch Reserven gibt, möchte deshalb die Aufmerksamkeit für das Thema stärken und mit meinen Dienstleistungen unterstützend zur Seite stehen.

Welche konkreten Projekte wollen Sie im Verband umsetzen und wie können die Mitglieder davon profitieren?
Ich biete Ihnen meine Dienstleistungen als Mental Coach und Mediatorin an. Ich möchte dazu beitragen, dass die Mitglieder weitere Informationen zu Mental Coaching und Mediation erhalten und für sich die Möglichkeiten erkennen, ihre sportlichen Leistungen und das Miteinander weiter zu stärken. Im Spitzensport ist mentales Coaching nicht mehr wegzudenken, die mentale Stärke ist ausschlaggebend für Sieg oder Niederlage. Das Überwinden von „Angstgegnern“ oder seelische Kränkungen durch Niederlagen können wunderbar durch mentales Coaching bearbeitet werden. Es hilft Ihnen, Ihre Zukunft gezielt zu gestalten, ohne unnötig lange in der Vergangenheit zu verharren. Sie werden mit zukünftigen Herausforderungen leichter umgehen können und alte Gefühle hinter sich lassen.
Ich kann mir sehr gut vorstellen, EDUTAINMENT im Bereich der Mediation in den Vereinen anzubieten. Dieser Begriff vereint EDUcation, also Bildung, mit EnterTAINMENT, also Unterhaltung, dies macht zusammen Bildungsunterhaltung. Das kann man beispielsweise gemeinsam mit einem interessierten Sponsor für die Vereinsmitglieder durchführen. Durch präventive Mediations-Workshops oder lockere Gesprächsrunden werden die Mitglieder für die Konfliktthemen sensibilisiert und erhalten so mehr Einblick in die Verständnisweisen für ihr Gegenüber. Dadurch kann sehr viel Unmut und Konfliktpotenzial ausgemerzt werden.
Nach einer ersten Gesprächsrunde mit Vertretern aus verschiedenen Bereichen des Verbandes möchte ich gern Herrn Reinhard Schmidt, Frau Manuela Patze und Herrn Steffen Misdziol ganz unverbindlich in ihren Vereinen besuchen, um mit weiteren Vereinsmitgliedern ins Gespräch zu kommen und um herauszufinden, was man von Informationsveranstaltungen zum Thema Mediation und Mental Coaching denkt.red

Kontakt: Katja Seyffardt, Telefon 0176 32140704, Internet www.seyffardt.de, E-Mail kontakt@seyffardt.de, Facebook Fb: Katja Seyffardt

Ausbildung für Mediatoren im Fußball

Neue Wege in der Konfliktbearbeitung gehen der FLB und die Brandenburgische Sportjugend (BSJ) seit 2012. In Umsetzung eines im Jahr 2011 geschlossenen Kooperationsvertrages luden beide Institutionen vom 9. bis 11. Dezember 2011 im Jugendbildungszentrum Blossin zum ersten von fünf Wochenendlehrgängen in der Ausbildung von Mediatoren ein.

Für die Wochenendkurse hatte die BSJ mit Stefanie Wolniewicz und Simon Groscurth zwei exzellente Referenten gewinnen können, die seit Jahren in der Jugendbildungsarbeit beziehungsweise sozialen Projekten engagiert sind. Zum Abschluss im Sommer haben die Kursteilnehmer — mit finanzieller Förderung des BSJ-Projektes „Tore für Demokratie“ — das notwendige Rüstzeug für die Mediation bei Konflikten erhalten.

Auf 11 ausgebildete Fußball-Mediatoren kann der FLB nun zurückgreifen.  Einsatzgebiet ist das gesamte Fußball-Land Brandenburg. Die Vereine können sich im Konfliktfall über ihre Kreisvorsitzenden, die BSJ oder den FLB an das Mediatoren-Team wenden, Koordinator ist Christian Löhr.

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